Hochpreisinsel Schweiz: Langsam kommen wir der Sache auf den Grund

Coop unternimmt endlich etwas gegen zu hohe Preise
–> Coop-Vize: «Ich breche derzeit einen Vertrag» – tagesanzeiger.ch

Seit Jahren wird in der Schweiz darüber lamentiert, eine Hochpreisinsel zu sein. Doch abgesehen von internationalen Preisdifferenzen als Folge hoher Kosten (z.B. für Marketing und Distribution in der Schweiz) sind wir selber an den hohen Importgüterpreisen schuld:

  • Wir haben nicht alle tarifären und nicht-tarifären Handelshemmnisse beseitigt.
  • Detailhandel und Endkunden haben die hochpreisigen Importgüter (übrigens auch die hochpreisigen Inlandgüter) trotz lautem „Gemotze“ immer wieder weiterverkauft bzw. gekauft und damit hohe Zahlungswilligkeit und niedrige Preiselastizität signalisiert.
  • Das enge Duopol von Coop und Migros mit „kompetitivem Rand“ (Aldi, Lidl, Landi et al.) hat bisher vorwiegend kooperativ gespielt – alle Händler wollten an hohen Endkundenpreisen mitverdienen.

Diese Spiel könnte sich jetzt mit der Frankenproblematik grundlegend verändern – zu Gunsten der Konsumenten. Die Politik ist nur gefordert, Handelshemmnisse zu beseitigen. Die Konsumenten haben es selber in der Hand, die Anbieter zu Wettbewerb und zu besseren Preis-/Leistungsangeboten zu zwingen.

Vergessen wir das Geschwätz um die Initiativen von Birrer-Heimo und Altherr! Das sind unnütze ordnungspolitische Sündenfälle. 

3 Comments

by | 17. März 2015 · 11:24

3 Responses to Hochpreisinsel Schweiz: Langsam kommen wir der Sache auf den Grund

  1. Pingback: Wettbewerbspolitik

  2. Alles, was gut ist für den Konsumenten, ist schlecht für den Anbieter insbesondere den Hersteller. Es müsste doch leicht zu begreifen sein, dass ein Hochpreisland auch ein Hochlohnland und ein Hocheinkommensland ist, denn nur wo es hohe Preise hat, hat es hohe Margen, eine hohe Wertschöpfung und also genug Geld, das zur Verteilung an die Leistungsersteller zur Verfügung steht.
    Wer hohe Preise angreift, greift den allgemeinen Wohlstand an, schafft Armut. Die sich seit Jahren öffnende Einkommenschere in Deutschland ist das beste Beispiel. Die Gewerkschaften verlieren, weil es nichts mehr zu verteilen gibt und die Löhne long range sinken.
    Nicht der Wettbewerb schafft den Wohlstand, sondern der individuelle Wohlstand addiert sich zum Gesamtwohlstand.

    • Der Wettbewerb schafft serh wohl Wohstand – man denken nur an die dynamische Effizienz, an F&E. Und der Wettbewerb führt auch zu Preis- und Leistungsdifferenzierungen. Nur die Wettbewerbsbehörden haben noch nicht begriffen, was Wettbewerb ist und wie er funktioniert. Es geht eben nicht nur um kurzfristig niedrige Preise und allokative Effizienz.

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