Wenn sich die Konkurrenten gegen eine Fusion wehren…sollte man sie schleunigst bewilligen!

Die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on der EU hat ihre Ent­schei­dung bezüg­lich der Über­nah­me des Mobil­fun­kers Oran­ge durch Drei (Hut­chi­son) in Öster­reich erneut ver­tagt. Sie hat Beden­ken, weil die Zahl der Mobil­funk­un­ter­neh­men in Öster­reich von vier auf drei sin­ken wür­de.

T‑Mobile ist als Kon­kur­ren­tin der Auf­fas­sung, was Drei bis­her an Mass­nah­men ange­bo­ten habe, sei nicht aus­rei­chend, um einen fai­ren Wett­be­werb zu gewähr­leis­ten. Weil das fusio­nier­te Unter­neh­men durch Zusam­men­le­gung der Fre­quen­zen einen Vor­sprung von bis zu zwei Jah­ren beim Aus­bau der neu­en Mobil­funk­tech­nik LTE errei­che, dür­fe die Fusi­on nur mit stren­gen struk­tu­rel­len Auf­la­gen bewil­ligt wer­den. Die wegen der geplan­ten Fusi­on ver­scho­be­ne Fre­quenz­auk­ti­on kön­ne den durch den Zusam­men­schluss ent­ste­hen­den Nach­teil für T‑Mobile Aus­tria nicht aus­glei­chen. Vor allem im Daten­be­reich wür­de für Drei und den Markt­füh­rer A1 ein wesent­li­cher Kon­kur­renz­vor­teil ent­ste­hen.

Kom­men­tar:

  • Es geht um wirk­sa­men Wett­be­werb — nicht um Fair­ness.
  • Die Wett­be­werbs­be­hör­de soll nicht Vor- bzw. Nach­tei­le aus­glei­chen, sonst würgt sie ja den Wett­be­werb gleich sel­ber ab.
  • Was soll denn eine Fusi­on ande­res bezwe­cken als dem fusio­nier­ten Unter­neh­men einen Kon­kur­renz­vor­teil zu ver­schaf­fen oder Kon­kur­renz­nach­tei­le der Fusi­ons­part­ner zu besei­ti­gen?
  • Wett­be­werb besteht dar­in, im Markt gewin­nen zu wol­len — und nicht dar­in, einen Kuchen mög­lichst brü­der­lich zu tei­len.