Parlaments Madness

Furz­idee: In der Kri­se müs­se ein Berufs­par­la­ment ran.

Das Not­rechts­re­gime des Bun­des­rats müs­se für künf­ti­ge Kri­sen drin­gend ange­passt wer­den. Der vor­lie­gen­de Vor­schlag rei­che aller­dings bei wei­tem nicht, meint Redak­tor Denis von Burg in der heu­ti­gen «Sonn­tags­zei­tung» (SZ). In der Not müss­ten Pro­fis ran.

Vor zwei Wochen haben Poli­ti­ker in der SZ ange­kün­digt, wie das Par­la­ment in Zukunft die Regie­rung trotz Not­stands­re­gime bes­ser kon­trol­lie­ren soll. Am Frei­tag sei­en ers­te ent­spre­chen­de Plä­ne bekannt gewor­den. Vor dem ganz gros­sen Wurf sei­en die Räte zurück­ge­schreckt, so von Burg. Die Kom­pe­tenz, den Not­rechts­ent­scheid des Bun­des­rats zu geneh­mi­gen oder abzu­leh­nen, soll das Par­la­ment nicht erhal­ten. Das sei auch rich­tig so. meint der Redak­tor, denn der Ent­scheid über die Aus­ru­fung des Not­stands sei der­art hei­kel, dass er nicht im Par­tei­en­kampf ver­po­li­ti­siert wer­den dür­fe.

Statt­des­sen soll nach von Burg eine Par­la­ments­de­le­ga­ti­on beur­tei­len, ob die Vor­aus­set­zun­gen für Not­recht gege­ben sind. Das ermög­li­che sach­li­ches Abwä­gen. Nicht geklärt sei in den ers­ten Vor­schlä­gen aller­dings die ent­schei­den­de Fra­ge, ob und wann das Par­la­ment in einer Not­la­ge über­haupt tagen soll. Hier müss­ten die Räte den Mut haben, deut­lich wei­ter zu gehen als bis­her: In Not­rechts­zei­ten soll­te das Miliz­par­la­ment in ein prak­tisch per­ma­nent tagen­des Berufs­par­la­ment umge­wan­delt wer­den. Nur so sei zu ver­hin­dern, dass sich das Par­la­ment wie­der aus der Ver­ant­wor­tung steh­le, das Feld wie Ama­teu­re für Wochen den Lob­by­is­ten der gros­sen Ver­bän­de über­las­se und die Not­stands­ent­schei­de des Bun­des­rats erst bera­te, wenn die Sache ohne­hin schon gelau­fen sei. In der Not müss­ten Pro­fis ran.

Kom­men­tar RM

Na pri­ma, Herr Redak­tor, wir haben ja schon jede Men­ge fak­ti­scher Berufs­par­la­men­ta­rie­rin­nen und ‑par­la­men­ta­ri­er. Sie kom­men fast alle aus der rot-grü­nen Ecke.

Viel­leicht könn­te man aus die­sen die Par­la­ments­de­le­ga­ti­on bil­den sowie Peter Boden­mann reak­ti­vie­ren und als deren Prä­si­dent ein­set­zen. Denn dass Boden­mann alles weiss und kann, belegt er ja in jeder «Welt­wo­che». Und das wur­de in die­sem Blog hier auch schon mehr­fach doku­men­tiert.

Schwei­zer Par­la­men­ta­ri­er sind zuneh­mend Berufs­po­li­ti­ker. Wie fin­den Sie das? (NZZ-Link)

«Par­la­men­ta­ri­er ist heu­te ein Voll­zeit­job», sagt Roger Nord­mann. Der SP-Natio­nal­rat und Frak­ti­ons­prä­si­dent ist der Pro­to­typ der Poli­ti­ker­kas­te des 21. Jahr­hun­derts. Denn eine jüngst erschie­ne­ne Stu­die der Uni­ver­si­tät Genf resü­miert: Natio­nal­rä­te ver­brin­gen rund 87 Pro­zent ihrer Zeit mit dem poli­ti­schen Man­dat, bei den Stän­de­rä­ten sind es durch­schnitt­lich 71 Pro­zent.