Abschaffung des Bargeldes: Regula Stämpflis Volltreffer

aus Regu­la Stämpf­li, Punk­te­sys­tem gegen Mensch­heit, BaZ, 16. Febru­ar 2016, S. 19:

Es gäl­te, die orga­ni­sier­te Kri­mi­na­li­tät ­ein­zu­däm­men – ha, dass ich nicht lache. Mit der Abschaf­fung von Bar­geld wird die orga­ni­sier­te Kri­mi­na­li­tät Staats­dok­trin. Ohne Bar­geld haben die Men­schen kein Geld mehr, son­dern sie sind es.”

Maschi­nen­ge­wehr war ges­tern, ­bar­geld­lo­se Ban­ken sind heu­te. Was Staat und Ban­ken vor­schla­gen, ist nichts ande­res als die ­Wie­der­ein­füh­rung der Leib­ei­gen­schaft mit ­ande­ren Mit­teln. Kom­men die Ban­ken und der Staat mit dem Unrechts­vor­schlag durch, wird es der­mas­sen per­vers, dass die His­to­ri­ke­rin nie­der­schreibt: Die Bau­ern hat­ten 1517 – im Ver­gleich zur «Kre­dit­kar­te Mensch» 500 Jah­re spä­ter – bedeu­tend mehr Frei­heit und Mit­be­stim­mung.”

2 Comments

by | 16. Februar 2016 · 9:53

2 Responses to Abschaffung des Bargeldes: Regula Stämpflis Volltreffer

  1. N.H.

    Die Dis­kus­si­on um eine Ein­schrän­kung, oder gar eine Abschaf­fung, von Bar­geld wird wohl des­halb so hit­zig geführt, weil sie durch die ideo­lo­gi­sche Debat­te geprägt ist zwi­schen jenen, die am liebs­ten alles vom Staat kon­trol­lie­ren las­sen wol­len, und jenen, wel­che die Gren­zen und Zwän­ge­rei­en von (selbst gut gemein­ten) staat­li­chen Ein­schrän­kun­gen sehen. Hin­ge­gen fan­den die mit einer bar­geld­lo­sen Wirt­schaft ver­bun­de­nen prak­ti­schen Fra­gen bis­her kaum Beach­tung. Dies ist erstaun­lich, da sich For­men von Bar­geld wie Mün­zen bis ins Alter­tum zurück­ver­fol­gen las­sen, und das Papier­geld eben­falls seit hun­der­ten von Jah­ren in Gebrauch ist. Wes­halb ist das Bar­geld nicht schon lan­ge abge­schafft wor­den? (Ent­spre­chen­de Bestre­bun­gen fin­det man in der Tat bereits in den 1920er Jah­ren, als bar­geld­lo­se Zah­lun­gen zwi­schen Bank­kon­ten mit Hil­fe von Checks an Bedeu­tung gewan­nen). Mei­nes Erach­tens ist ein Grund, war­um sich die­se Idee nie durch­setzt hat, schlicht und ein­fach, dass für gewis­se Situa­tio­nen und für gewis­se Per­so­nen das Bar­geld bei wei­tem das bequems­te Zah­lungs­mit­tel ist und bleibt. Eine Abschaf­fung oder Ein­schrän­kung wäre mit vie­len prak­ti­schen Pro­ble­men ver­bun­den!

    Es mag zwar ein biss­chen alt­mo­disch oder tech­no­lo­gie­feind­lich klin­gen, aber soll wirk­lich bei jedem Stand auf dem Floh­markt oder in jeder abge­le­ge­nen Berg­beiz ein Kar­ten­ter­mi­nal ste­hen? Man könn­te dage­gen ein­wen­den, dass sich in der Zukunft inno­va­ti­ve Zah­lungs­sys­te­me zwi­schen Mobil­te­le­fo­nen durch­set­zen wer­den. Okay, solan­ge der Aku dann auch län­ger als ein Tag hält. Aber haben die Bar­geld­ab­schaf­fer auch dar­an gedacht, dass es unter uns eini­ge Per­so­nen gibt, die Mühe im Umgang mit einer Bank­kar­te haben und infol­ge­des­sen Bar­geld ver­wen­den, weil sie sich dabei z.B. kei­nen Pin­code mer­ken müs­sen? Auch wenn die­ser Per­so­nen­kreis klein sein mag, soll­te die Fra­ge erlaubt sein, ob Men­schen (z.B. älte­re Per­so­nen) der Zugang zum Zah­lungs­sys­tem erschwert wer­den soll, weil sie nur schlecht mit den Mit­teln des elek­tro­ni­schen Zah­lungs­ver­kehrs umge­hen kön­nen. Was pas­siert eigent­lich, wenn der elek­tro­ni­sche Zah­lungs­ver­kehr z.B. auf­grund einer Com­pu­ter­pan­ne zusam­men­bricht? Mit einem alter­na­tiv­lo­sen elek­tro­ni­schen Zah­lungs­ver­kehr wür­de schon ein kur­zer Unter­bruch zu lan­gen Schlan­gen an der Kas­se füh­ren. Mei­nes Erach­tens ist eine Bar­geld­ab­schaf­fung aus sol­chen prak­ti­schen Über­le­gun­gen von Vorn­her­ein zum Schei­tern ver­ur­teilt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.