SV Group bringt Tatbeweis, über eine marktbeherrschende Stellung zu verfügen

Das Schnitzel im Mittagsmenü schrumpft

Die gröss­te Kan­ti­nen­be­trei­be­rin der Schweiz will die Fleisch­por­tio­nen um 20 Gramm ver­klei­nern – dem Kli­ma zulie­be. Ein­mal in der Woche soll das Menü 1 sogar gänz­lich vege­ta­risch sein. Lesen Sie wei­ter in der bazon­line, was die SV Group ihren Kun­den sonst noch auf­zwin­gen will.

So muss man sich also das unab­hän­gi­ge Ver­hal­ten eines markt­be­herr­schen­den Unter­neh­mens gemäss Art. 4 Abs. 2 Kar­tell­ge­setz vor­stel­len, oder nicht? Laut dem Wett­be­werbs­spe­zia­lis­ten und frü­he­ren Prä­si­den­ten der Mono­pol­kom­mis­si­on Pro­fes­sor Carl Chris­ti­an von Weiz­sä­cker ist Wett­be­werb ein Sys­tem des Zwangs für die Anbie­ter und der grösst­mög­li­chen Frei­heit für die Kun­den. Die SV Group probt offen­bar den Zwang für ihre Kun­den und die Frei­heit für sich sel­ber.

Der Schuss könn­te aber nach hin­ten los­ge­hen: Wenn die SV Group nicht wirk­lich markt­be­herr­schend ist, wer­den die Fleisch­esser bru­tal von ihrer Frei­heit Gebrauch machen. Und wenn sie effek­tiv markt­be­herr­schend sein soll­te, dann wird sie frü­her oder spä­ter die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on und den Preis­über­wa­cher am Hals haben. Nur vom Kon­su­men­ten­schutz hat die SV Group so oder so nichts zu befürch­ten, denn Frau Stal­der und ihre Leu­te sind auch der Auf­fas­sung, dass ihre Schütz­lin­ge weni­ger Fleisch, weni­ger Fett, weni­ger Salz — ja über­haupt weni­ger — essen soll­ten.